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Chinesischer Turm

Gastbeitrag von einem jungen Münchner Bierbrauer, der durch den Lockdown und den damit verbundenen Einschränkungen schon leicht traumatisiert ist. Viel Spaß beim lesen!

Der Biergarten am Chinesischen Turm

Ich will hier nicht auf die Geschichte dieses schönen Fleckchens Erde im Münchner Englischen Garten eingehen. Nein, ich will hier meine eigene kleine Geschichte von diesem Türmchen erzählen.

Für jeden, dem der umgangssprachlich genannte China Turm kein Begriff ist.

Der Chinesische Turm steht, wie oben bereits erwähnt im Englischen Garten in München. Unweit des Monopteros. Aber zu diesem ein anderes Mal.

 

Er ist von einem schönen Biergarten umgeben, in dem das süffige Bier, der Staatlichen Hofbräu Brauerei ausgeschenkt wird.

Ich beginne mit der Anreise.

Ich pflege, immer bis zum Odeonsplatz, mit der U 5 zu fahren. Natürlich kommt man auch anders hin. Es kommt auf den Ausgangspunkt in München an. Ich fahre nur immer gerne zum Odeonsplatz, da man von dort sehr schön durch den alten botanischen Garten spazieren kann, an der Bayrischen Staatskanzlei vorbei, durch die Unterführung hinein in den Englischen Garten.

Dann spaziert man den Hauptweg solange, bis man schon von weitem die Blasmusik hört. Dieser braucht man dann eigentlich nur noch zu folgen und man ist da.

Schon alleine dieser kleine Spaziergang ist eine Reise wert.

Vor allem, da man mit jedem Schritt mit dem man der Blasmusik näher kommt, sich mehr auf eine frische Maß freut. Für mich beginnt der Sommer in München immer dann, wenn ich die erste Maß am China Turm genieße.

 

Ich sage euch. Es gibt nichts schöneres, als eine kühle Maß Helles vor sich stehen zu haben. Die Sonne scheint einem ins Gesicht und man lauscht den Blasmusikanten in der ersten Etage des Chinesischen Turms. Am besten hat man sich noch eine kleine Brotzeit mitgebracht, oder man kauft sich halt eine bei den auch dort angesiedelten Ständen.

Und dann, ja dann, kann man an Herrgott an guaden Mo sei lassen.

 

Für die Raucher unter euch, setzt natürlich eine schöne Zigarette dem allem die Krone auf. Obwohl ich oft genug erlebt habe, dass bekennende Nichtraucher nach der zweiten Maß auch auf einmal die Nachbarn nach dem ein oder anderen Glimmstängel gefragt haben. Ein Phänomen übrigens, welches auch oft auf der Wiesn zu finden ist. Es passt halt einfach zusammen. Ein gutes Bier und ein guter Tabak. Ich will es aber gar nicht missen. Es sind oft die besten Gespräche und Bekanntschaften entstanden, die mit der geschnorrten Zigarette ihren Anfang genommen haben.

Ich war noch nie in Amerika, aber ich hab schon mit vielen Amerikanern gesprochen und getrunken. Allgemein. Du musst nicht die Welt bereisen, denn die Welt kommt zu dir in den Biergarten am Chinesischen Turm. Und genau, dass ist es, was ich an unserer bayrischen Biergartenkultur liebe und schätze. Du kommst ins Gespräch. Es herrscht einfach eine Gemütlichkeit und ein friedliches Beisammensein, wie es wohl mittlerweile selten geworden ist auf dieser schönen Welt.

Es ist einfach griabig.

 

Und wer nicht weiß, was das bedeutet.

Wer einmal in einem der schönen Biergärten Münchens und Bayerns gesessen ist, der weiß es.

Sie sind die Definition dieses Wortes.

 

Ich darf hier ein Bayrisches Lied zitieren:

 

„Leut saufts aus, seits lustig und seits froh,

Leut saufts aus, frisch ozapft is ja scho,

Leut saufts aus, wer woas was morgen is,

Leut saufts aus, a Maß is uns no gwiss“

 

Und hinzugefügt sei noch:

 

„Lassts des Bier ned länger steh ois wia a Stund, denn sonst is des Bier im Maßkrug nimmer gsund“

 

„Hopfen und Malz Gott erhalts“

 

„Auf das so bleibt in Ewigkeit und nie mehr kommt a Dünnbierzeit“

 

Ja, weise Worte aus einer anderen Zeit. Aber hochaktuell wie nie.

Zum Schluss kann ich nur jedem ans Herz legen, der unsere schöne Stadt im Sommer besucht, sich einen Nachmittag für den Biergarten am Chinesischen Turm freizuhalten.

 

In diesem Sinne Prost und bis vielleicht mal auf a Maß am China Turm.

 

Euer

Dominik

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