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Korfu

Griechenland 2019 Teil 1

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  • Beitrag veröffentlicht:19. November 2019
  • Beitrags-Kategorie:Reisen
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Reise nach Griechenland mit dem Wohnmobil - 1.Teil Korfu

Nachdem meine Frau am Sonntagnachmittag den 2.6.2019 vom Frühdienst nach Hause kam, starteten wir unsere Reise nach Griechenland. Wir haben einen Platz auf einer Fähre von MINOAN LINES ab Ancona bis Patras gebucht. Als Frühbucher, (bis spätestens Februar) und mit ADAC Rabatt, zahlen wir für einen Camper mit unter 6 Meter Länge und zwei Personen gerade mal 310,48 Euro. Gebucht über www.greekferries.gr,  als Camper nutzen wir das Angebot „Camping all Inclusive“ und kommen so in den Genuss einer Innenkabine für zwei Personen und für je drei Mahlzeiten im Self Service Restaurant 30% Ermäßigung. Aber soweit ist es noch lange nicht, wie gesagt, Abfahrt am Sonntagnachmittag, die Fähre legt am Montag um 18:30 Uhr ab. Wir haben also genug Zeit mit unserem Oldtimer, einem 30 Jahre alten, aber dank guter Pflege gut erhaltenen Mitsubishi  L300 mit einem ebenso alten Tischer Wohnmobilaufbau, die 800 km bis Ancona zu bewältigen. Am Sonntag haben wir Richtung Süden freie Fahrt, die Staus befinden sich auf der anderen Straßenseite, es ist das lange Wochenende von Christi Himmelfahrt, das viele Münchner für einen Kurztrip zum Gardasee nutzen. Die meisten reisen am Sonntag wieder zurück. Das Pickerl oder die Vignette für Österreich habe ich mir bereits einige Tage vor Antritt der Reise beim ADAC besorgt, ebenso die so genannte Video Maut für den Brenner. Als wir die Brennermautstation erreichen und in eine der Gassen fahren die mit „Video“ gekennzeichnet ist, öffnete sich die Schranke nicht wie gewünscht von alleine. Zu unserem Glück stand niemand hinter uns, so das wir zurücksetzen konnten und in eine andere Gasse fahren konnten, die sich auch gleich öffnete. Am besten fährt man in eine mit Personal besetzte Gasse und man sollte den Ausdruck vom ADAC immer griffbereit im Handschuhfach haben. Nach ca. 4 Stunden und immerhin 300 gefahrenen Kilometern erreichten  wir die Ausfahrt Neumarkt/Auer, wir haben beschlossen auf dem uns bereits bekannten Campingplatz Obstgarten in Südtirol zu übernachten. Wir haben Glück und bekommen den letzen Stellplatz. Nachdem das Womo geparkt, am Strom angeschlossen und wir uns etwas frisch gemacht  haben, sind wir zum Abendessen zu einem Buschenschank in der Nähe des Campingplatzes gegangen. Ein Buschenschank ist ein Betrieb, in dem ein Landwirt oder Weinbauer seine Erzeugnisse ausschenken und servieren darf. Da Südtirol bekannt für seine guten Weine ist, gibt es hier natürlich guten Wein und dazu eine gute regionale Brotzeit. Für den Stellplatz haben wir in der Vorsaison 18:70 Euro für eine Nacht bezahlt. Der Campingplatz ist sehr gepflegt, mit sehr sauberen Sanitäreinrichtungen und einem kleinen Schwimmteich. Allerdings ist er auch sehr beliebt, man sollte eventuell reservieren.

Morgens um 6 Uhr klingelt der Wecker, um die Fähre in Ancona auch sicher und pünktlich zu erreichen, müssen wir uns früh auf den Weg machen. Nach einem kleinen Frühstück geht’s also wieder auf die Strada del Sole, 500 km liegen noch vor uns. In Italien, besonders in der Region um Modena haben wir schon mehrmals schlechte Erfahrungen auf Autobahntankstellen gemacht. Deshalb nehmen wir uns die Zeit und fahren zum Tanken von der Autobahn runter, der Sprit ist hier tatsächlich 40 Cent pro Liter billiger. Da wir bis zur nächsten Auffahrt auf der Landstraße fahren, sparen wir auch einen kleinen Betrag Maut und ich finde es ist entspannend wenn man der Autobahnhektik für kurze Zeit entkommt. Ein Cappuccino und ein Paninni runden den kleinen Abstecher erholsam ab. Am Nachmittag gegen 15:00 Uhr erreichen wir den Hafen. Obwohl wir locker ein Dutzend Mal bereits den Weg zum Hafen gefahren sind, ist es immer wieder aufregend. Wir folgen dem Hinweisschild „Porto“ und werden zu einem Kreisverkehr geleitet, von dem aus man zum  Check-in Bereich kommt. Erst kurz vor Antritt der Reise haben wir beschlossen die Insel Korfu zu besuchen, da wir bis Patras gebucht haben, versuchten wir den Ankunftshafen zu wechseln und bereits in Igoumenitsa auszusteigen. Dadurch hätten wir aber unseren Rabatt verloren, wir hofften, beim einchecken am Hafen würde dies vielleicht kostenlos gehen. Schließlich kostet die Fahrt mit der Fähre das selbe, egal wo man aussteigt in Igoumenitsa oder in Patras. Aber, beim umbuchen ist das scheinbar etwas anderes, auch in Ancona wird dafür der Differenz Betrag verlangt, immerhin 63 Euro kostet es um früher die Fähre verlassen zu dürfen. Als wir vor Jahren bereits in Patras einsteigen wollten, obwohl erst ab Igoumenitsa gebucht, ging dies noch kostenlos, das war allerdings auch in Griechenland. Als alle Formalitäten erledigt sind, fahren wir zum Gate an dem die Cruise Olympia von Minoan Lines gerade einläuft. Erfahrungsgemäß dauert es 2 bis 4 Stunden bis das Schiff entladen ist, wir stellen uns also auf eine längere Wartezeit ein.

Nachdem wir endlich mit viel griechischem Tamtam, Gepfeife und Geschreie auf die Fähre fahren durften, eingewiesen wurden und unsere Kabine bezogen haben. Sind wir ins Self Service Restaurant und haben die für uns obligatorischen Spagetti Bolognese bestellt. Anschließend aufs Oberdeck, um bei  mitgebrachtem Bier und Wein den Sonnenuntergang auf offener See zu genießen. Morgen Mittag werden wir in Griechenland sein. Wer übrigens so wie ich zu späterer Stunde auf die Idee kommt an der Bar zwei Ouzo zu ordern, dem hier der Tipp, lass es sein, zwei Ouzo mit Eiswürfel im Pappbecher kosten auf der Fähre satte 10 Euro. Dann besser ein kleines Fläschchen mitbringen, oder drauf verzichten.

Am nächsten Morgen traue ich meinen Augen kaum, als ich sehr früh neugierig auf das Oberdeck gehe. Es ist bewölkt, in der Nacht hat es scheinbar geregnet und es ist kühl. Nach dem Frühstück im Self Service Restaurant, sehen wir schon bald die Küste von Albanien, dann auf der rechten Seite die von Korfu. Trotz des für Griechenland kühlen Wetters kommt langsam Urlaubsfeeling auf, wir freuen uns darauf endlich in Igoumenitsa von Bord fahren zu können. Griechenland befindet sich in der Osteuropäischen Zeitzone, deshalb müssen wir die Uhr um 1 Stunde vorstellen. Wir fahren also um 1 Uhr Mittag Griechischer Zeit von Bord. Da wir vorhaben in zwei Tagen nach Korfu überzusetzen, erkundigen wir uns gleich wie das abläuft. Es gibt eine eigene Hafeneinfahrt für die Fähren nach Korfu und Paxos, die Tickets gibt’s im Hafen, die Fähren fahren stündlich. Also einfach hinfahren, Ticket kaufen und warten bis die nächste Fähre geht. Jetzt gibt‘s erstmal griechisches Fastfood, wir haben Hunger und finden eine Taverne die uns zusagt, sie heißt Taverna Tassos und ist in der Nähe vom Hafen. Als Vorspeise gibt’s natürlich Tsatsiki mit Weißbrot, als Hauptspeise wählt meine Frau Gyros mit Pommes, ich bestelle mir Souvlaki mit Pommes, dazu gibt es eine sehr schmackhafte Schafskäsepaste.

Die nächsten 1 bis 2 Tage möchten wir uns akklimatisieren, erstmal ankommen, die ersten Tage, die Ruhe, die Luft, das Wasser und das Essen genießen. Wir fahren vom Hafen aus gesehen rechts die Küstenstraße runter Richtung Preveza. Den Campingplatz Kalami Beach, der in der Bucht von Plataria liegt, kennen wir bereits von früheren Reisen nach Griechenland. Camping Kalami wird von drei Schwestern geführt, man spricht deutsch, wir werden wie gewohnt freundlich empfangen und dürfen uns einen Platz aussuchen. Allerdings so sagt uns eine der Schwestern, ist die untere Reihe direkt am Strand nur noch für zwei Tage frei, dann ist sie komplett reserviert. Da wir nicht vor haben länger als zwei Tage zu bleiben, stellen wir uns auf einen schattigen Platz in der unteren Reihe, etwas oberhalb des Strandes. Das Wetter spielt noch nicht so richtig mit, es ist bewölkt und kühl, wie wir später erfahren, war auch der griechische Mai kalt und verregnet. Das erste Bier nachdem einrichten des Stellplatzes trinken wir in dicke Jacken gehüllt am Strand und schauen auf das aufgewühlte Wasser. Das kann nur besser werden. Camping Kalami ist ein kleiner charmanter CP der an einem Hang liegt und über einen kleinen eigenen Strand verfügt, die Stellplätze sind teilweise parzelliert, die Sanitäranlagen sauber und ausreichend. Es gibt einen kleinen Supermarkt und ein familiär geführtes Restaurant.

Korfu

Es ist Anfang Juni und die Nächte sind immer noch feucht, so kommt es, das wir an einem sonnigen Morgen unsere feuchten Handtücher von der Leine nehmen und verstauen. Auch unsere antiquaren Campingstühle sind feucht, das kennen wir aber schon, normalerweise verstauen wir die Stühle am Abend bevor wir zu Bett gehen in der Fahrerkabine. Haben wir diesmal vergessen. Unsere Stühle sind nämlich gar keine Campingstühle, sondern Gartenstühle mit einer Schaumstoffauflage, mittlerweile 30 Jahre alt wahnsinnig bequem, aber morgens halt meistens feucht. Man gewöhnt sich an alles. Nachdem wir den Platz bezahlt haben, geht’s wieder zurück nach Igoumenitsa. Nach der Hafeneinfahrt holen wir uns ein Ticket für die Überfahrt nach Korfu, das Ticket kostet für 2 Personen und ein Wohnmobil mit unter 6 Meter Länge 78.- Euro. Die Fähren fahren hier stündlich, so das wir nicht lange warten müssen. Beim Beladen des Schiffes werden wir immer zurück gewiesen und dürfen erst als Letzter drauf, keine Ahnung warum, aber die Letzten werden ja bekanntlich die Ersten sein. Auf der Fahrt übers Wasser entdecke ich nördlich von Igoumenitsa einen sehr schönen Strand, mit Campingplatz und Tavernen. Es handelt sich um den Campingplatz Drepano an der Drepano Beach, wir waren noch nie dort und ich denke, das muss sich ändern. Nach ca. eineinhalb Stunden erkennen wir am Horizont die Altstadt beziehungsweise, die beiden venezianischen Festungen von Kerkira/Korfu, der Hauptstadt der gleichnamigen Insel. Wir verlassen den Hafen und die Stadt Richtung Norden, unsere Bekannten sind in Acharavi  im Beach Hotel. Wir hatten eigentlich vor, einen Platz in der Nähe des Hotels zu suchen, um dann ein paar Tage mit ihnen zu verbringen. Im Internet hatten wir uns den Campingplatz Roda ausgesucht, obwohl er im Internet gute Bewertungen hat, hat er uns nicht so zugesagt, vielleicht lag es an der Hitze, denn mittlerweile ist es heiß geworden. Dolphin Camping in der Nähe von Sidari entspricht auch nicht unseren Erwartungen, man fährt über eine schmale Straße entlang an einem ebenso schmalen Strand, dann wieder ins Landesinnere und befindet sich dann am Arsch der Welt. Wir fahren also direkt zum Hotel, finden einen abgelegenen Parkplatz und beschließen hier zu übernachten. Am nächsten Tag werden wir von der Morgensonne geweckt, die bereits ohne Gnade unser Wohnmobil aufheizt. Es war ein langer Abend gestern, mit gutem Essen, viel Bier und Wein. Aber, hier gibt es definitiv zu viele Hotels und alles andere was um die Hotels meistens drum herum gebaut wird. Da wir unseren Aufenthalt auf Korfu sowieso nur auf zwei bis drei Tage beschränkt haben, beschließen wir wieder Richtung Korfu/Stadt zu fahren. Etwas nördlich davon, in Dassia, gibt es einen Campingplatz den wir schon von einem früheren Urlaub in den 90ern kennen, ist also ca. 25 Jahre her. Damals waren wir mit dem Motorrad unterwegs. Leider ist der CP Karda Beach Camping mittlerweile auch von Hotels umbaut und er hat sich zu einem so genannten Camping Village gemausert. Das ist jetzt groß in Mode, wir kennen das von Sardinien, dort gibt es fast nur noch Camping Village Plätze. Man baut auf einem Teil des Platzes ein paar Bungalows, einen Pool und ein Restaurant und schon hat man einen etwas gehobeneren Campingplatz. Nur wird leider, so wie auch hier, der eigentliche Campingplatz und die dazu gehörigen Sanitäreinrichtungen ein wenig vernachlässigt. Egal, wir suchen uns einen netten Platz, schließen den Strom an, Stühle und Tisch raus und dann gibt’s erst mal ein Bier. An den Platz ist tatsächlich ein sehr schöner und gepflegter Pool angeschlossen, sowie ein schattiges Restaurant. Wir aßen dort zu Abend, es gab Rinderschmorbraten in Knoblauchsoße mit Kartoffelpüree. Es schmeckte sehr gut, aber es war das erste Mal, dass ich in Griechenland Kartoffelpüree als Beilage bekam. Zum Strand geht man übrigens über einen ca. 30 Meter langen Weg, der sich zwischen zwei Hotelanlagen durchquetscht. Der Strand ist lang aber sehr schmal. Am nächsten Tag holten uns unsere Freunde mit ihrem Leihwagen am Campingplatz ab, wir wollten gemeinsam das Schloss Achilleion besichtigen, das die österreichische Kaiserin Elisabeth (Sissi) erbauen ließ. Das Schloss Achilleion liegt etwas südlich von Korfu Stadt bei Gastouri. Bis zu ihrem Tod besuchte Sissi das Achilleion, das sie nach Achilleus benannt hatte, immer wieder. Achilleus bewunderte sie wegen seiner Kraft, so ist es also nicht verwunderlich, dass man im Schloss sowie in dem sehr schön angelegten Schlosspark immer wieder auf Bildnisse und Statuen von Achilleus trifft. Wer Gefallen an den Musen der griechischen Mythologie und an Statuen olympischer Götter findet, der sollte sich diesen Palast nicht entgehen lassen. Auch lohnt es sich bereits, wegen des sagenhaften Ausblicks über die Stadt, den Hafen und das Meer.

Anschließend haben wir noch Zeit für einen Abstecher in Korfus Altstadt. Die Altstadt von Korfu zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist sicher eine der schönsten Städte Griechenlands. In der auf einer Landzunge erbauten Stadt, gibt es viel zu Besichtigen, Kirchen, Tempel, Museen, aber auch viele kleine Gassen, in denen sich das Leben tummelt. Leider aber auch das touristische Leben, Korfu wird täglich von mehreren Tausend Kreuzfahrtschifftouristen überschwemmt. Die Bevölkerung leidet darunter, denn ein Kreuzfahrtschifftourist kommt, schaut, nimmt dir die Luft zum Atmen, hinterlässt seinen Dreck und geht wieder, gegessen und übernachtet wird auf dem Schiff. Ein Tourist, der die wenigsten Devisen im Land lässt. 

Nachdem wir uns am nächsten Tag noch den Spaß erlaubten, einen Roller auszuleihen und damit die Insel und vor allem die Berge zu erkunden, wussten wir nun endgültig, dass Korfu nicht „unsere“ Insel ist. Damit es niemand falsch versteht, Korfu ist eine sehr schöne Insel und hat bestimmt noch viele schöne Orte die wir nicht entdeckt haben. Wer einen Pauschal Urlaub in einem schönen Hotel mit Pool, Sonne, Strand und Meer erleben will, der ist auf Korfu am richtigen Ort. Als Camper liebe ich aber das ursprüngliche Griechenland, Strände ohne Bettenburgen, Berge in denen dir nicht hunderte von Rollerfahrenden Engländern entgegen kommen, sondern höchstens mal ein Ziegenhirt mit seiner Herde. Und windschiefe Tavernen in denen man auch noch mal in die Töpfe gucken kann und vom Wirt auf einen Ouzo eingeladen wird. jamas!

Fortsetzung folgt!

Euer Robby

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Gitta Stuber

    Ein Münchner im Münchner Lebenshimmel – begeistert von seiner Stadt. Möge es bald wieder möglich sein, das himmlische Leben zu genießen.

  2. Uli

    Sehr interessant, ich freue mich schon auf den zweiten Teil!

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