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Kourouta

Griechenland 2019 Teil 2

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  • Beitrag veröffentlicht:12. März 2020
  • Beitrags-Kategorie:Reisen
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Reise nach Griechenland mit dem Wohnmobil Teil 2 - Peloponnes

Nach unserem kurzen Trip nach Korfu, sind wir am 12.6.2019 wieder mit der Fähre von Kerkyra nach Igoumenitsa übergesetzt. Dieses Mal witzigerweise 10 Euro günstiger, der Ticketverkäufer hat unser Womo einfach als PKW durchgehen lassen. „Ist nur kleines Camper das ist gut“ Ja, so kenne und liebe ich die Griechen. Eineinhalb Stunden hat die Überfahrt gedauert. Bevor wir unsere Reise Richtung Peloponnes fortsetzten, sind wir noch in Igoumenitsa zum Lidl einkaufen gefahren. Der Lidl in Igoumenitsa befindet sich etwas außerhalb, man muss die Hafenstraße nach links fahren, ca. einen Kilometer nach dem Ortsende kommt auf der linken Straßenseite eine Filiale von dem Lebensmittelgroßhändler. Vielleicht, fragt jetzt der eine oder andere, wieso ausgerechnet Lidl. Wer schon einmal mit dem Womo in Griechenland unterwegs war, der weiß die Vorzüge zu schätzen. Das wird dann jeder selbst merken. Nachdem wir unsere Vorräte wieder aufgefüllt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg, unser Ziel: Parga. Noch einmal ging es über die Hafenstraße durch die quirlige Hafen und Hauptstadt der griechischen Region Epirus. Am anderen Ende fuhren wir wieder auf die alte Küstenstraße über Plataria und Syvota bis Parga. Die Aussicht auf herrliche Buchten und Strände zwingte uns förmlich immer wieder eine kurze Rast einzulegen, um die sagenhafte Landschaft zu genießen.

Je mehr wir uns Parga näherten, umso stärker wurde der Verkehr, jetzt war es wieder vorbei mit der Ruhe. Nördlich von Parga liegt Anthousa hier kann man einiges besichtigen, zum Beispiel das Ali Pasha Castle. Eine alte Burgruine, von welcher man einen wunderschönen Ausblick über Parga hat. Viele Touristen kommen einem zu zweit sitzend auf untermotorisierten Mofas im Schritttempo entgegen. Bevor der Ort  beginnt zeigt die Beschilderung nach rechts Richtung Camping Valtos Beach. Es ist leider der einzige Campingplatz hier im Ort, früher gab es noch einen auf der anderen Seite Pargas, einen sehr urigen, mit großen Olivenbäumen eingewachsenen CP. Er verschwand von einem Jahr aufs andere, er wurde geschlossen und nicht mehr weitergeführt, das hat leider auch etwas mit der griechischen Mentalität zu tun. Camping Valtos Beach ist ein zweckmäßiger CP, er liegt in zweiter Reihe, an der vollkommen überlaufenen Valtos Beach. Er ist nicht besonders schön angelegt, hat aber viele schattige Plätze, die Sanitäranlagen sind sauber, es gibt aber einen gewissen Reparaturstau. Der CP bietet sich einfach an, um ein oder zwei Tage in Parga zu verbringen. Die kleine Stadt Parga mit ihren 2500 Einwohnern liegt sehr reizvoll an der Küste des Ionischen Meeres. Es gibt mehrere wunderschöne Strände, allen voran die schon erwähnte Valtos Beach. Die vielen schmalen Gassen, die sich durch die Altstadt hinauf bis zu der alten Festung winden, sind voll von Geschäften, Souvenirläden, Boutiquen, Restaurants und Bars. Alles ist mit sehr viel Liebe zum Detail renoviert. Der CP Valtos Beach liegt auf der Rückseite der Altstadt, man kann, wenn man vom CP die Straße links runter zum Strand geht, mit einem kleinen Boot in wenigen Minuten zum Hafen der Altstadt fahren. Wer will, kann natürlich auch die ca. 30 Minuten laufen, dann muss man aber am Ende des Strandes den Hügel hoch laufen bis zur Festung und auf der anderen Seite wieder runter, bei 30 oder 35 Grad im Schatten kein besonderes Vergnügen. Wir machen es immer so, dass wir hin fahren und zurück laufen, in der Nacht ist es schon kühler und es kommen dann zwischendurch ein paar nette Bars zum rasten. Zwei Tage bleiben wir in Parga, der CP kostet 25 Euro pro Nacht, für einen Camper mit Strom und 2 Personen.

Weiter geht es Richtung Peloponnes, vorbei an der kleinen Hafenstadt Preveza. Die Gemeinde Preveza liegt an der Mündung des Ambrakischen Golfs, auch genannt Golf von Arta, nach der gegenüberliegenden Stadt Arta. In Arta überspannt die historisch bekannteste Brücke Griechenlands den Fluss Arachthos, einen der beiden Flüsse die in dem Golf am Ionischen Meer münden. Das Doppeldelta sowie die seichten Lagunen im Golf stehen unter Naturschutz. Rund um Preveza gibt es einiges zu besichtigen, natürlich die Hafenstadt aber auch Ruinen bedeutender Städte wie zum Beispiel die romanische Stadt Nikopolis oder das antike Kassiopi. Wer dies machen will, dem empfehle ich den Camping Platz Kalamitsi Beach, ein sehr schöner Platz. Er befindet sich auf der anderen Seite der Landzunge direkt an den Stränden des Ionischen Meeres, Preveza ist von hier mit dem Fahrrad leicht zu erreichen.

Wir aber lassen Preveza im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und nehmen den Unterwasserstraßentunnel Preveza – Aktio. Der Tunnel führt unter der Mündung des Golfs durch und verbindet Preveza mit dem Kap Aktio in Mittelgriechenland. Der Tunnel wurde 2002 fertiggestellt und hat eine Gesamtlänge von 1570 Meter. Früher fuhren hier kleine Fährboote. Am anderen Ende des Tunnels führt eine Straße nach Lefkada, die einzige griechische Insel die mit dem Auto über eine Schwimmbrücke angefahren werden kann. Dieses Mal aber wollen wir nach Amfilochia und dort auf die Autobahn Richtung Andirrio. Zum wiederholten Mal finde ich den richtigen Weg nach Amfilochia nicht, man sieht links und rechts nur Wasser und verliert die Orientierung, aber zum Glück gibt es ja Google Maps. Auch die Autobahn in Griechenland kostet Maut, wir sprechen hier aber von sehr moderaten Preisen, mal sind es 5 Euro, mal sind es 3 Euro, manchmal sind die Mautstellen einfach noch nicht fertig, also kann man auch nicht kassieren. Von Amfilochia nach Andirrio sind es knapp 100 Kilometer. Auf der Autobahn ist wenig Verkehr, es ist früher Nachmittag und brütend heiß, der Asphalt flimmert in der Hitze, die Gräser am Straßenrand sind bereits strohtrocken. Wir freuen uns, als am Horizont die Brücke sichtbar wird. Die Rio – Andirrio – Brücke spannt sich über den Golf von Korinth, sie verbindet das Griechische Festland mit dem Peloponnes. Der offizielle Name der Brücke ist Charilaos – Trikoupis – Brücke, die Brücke wurde 2004 fertiggestellt, gerade noch rechtzeitig zur Olympiade 2004. Es ist eine sogenannte Schrägseilbrücke und insgesamt 2883 Meter lang, ein sehr imposanter Bau. Es ist ein besonderes Erlebnis drüber zu fahren, kostet mittlerweile aber 20 Euro. Auf der anderen Seite bei Rio, also ca. 8 Kilometer von Patras entfernt, fahren wir auf die Autobahn Richtung Pyrgos. Nach ca. 30 Kilometern endet die Autobahn und geht in eine Art Schnellstraße über, für mich eine der schlimmsten Straßen Griechenlands. Sicher, es wird andere Straßen hier geben, die in schlechterem Zustand sind, darauf muss man hier gefasst sein. Auf dieser Schnellstraße gibt es aber nicht nur die gefährlichen Schlaglöcher, die aus heiterem Himmel auftauchen und unter Umständen 30 cm tief sind, hier gibt es auch Raser und zwar nicht nur im PKW sondern auch im LKW. Es kommt durchaus vor, dass einen ein LKW mit ca. 90 Sachen waghalsig überholt, obwohl nur 60 erlaubt sind. Ich glaube die Griechen könnten auf die Verkehrsschilder locker verzichten, es hält sich sowieso keiner dran. Aber, wir haben unser heutiges Tagesziel bald erreicht, wir nehmen die Abfahrt bei Gastouni und fahren von dort über Vartholomio Richtung Arcoudi. Wir steuern den Camping Platz Aginara Beach an. Auch dieser Platz ist uns von früher bekannt, ich mag den Platz sehr gerne, er ist liebevoll angelegt, mit sehr viel Blumen geschmückt, hat einen der schönsten Strände, eine schattige Strandbar, eine gute Taverne, sehr große parzellierte Standplätze und riesige saubere Duschen. Das hört sich doch alles paradiesisch an oder? Ist es irgendwie auch. Wir richten uns gemütlich ein und bleiben entgegen unserer Regel tatsächlich fünf Tage.