You are currently viewing Nachruf zum Oktoberfest 2019
Oktoberfest

Nachruf zum Oktoberfest 2019

Mein persönlicher Nachruf zum Oktoberfest 2019

„Aus is und gor is und schod is dass wor is“ Auf Hochdeutsch: „Schade dass es vorbei ist“. 

So oder so ähnlich könnte man es ausdrücken. Denn, jetzt ist er wieder vorbei, der gigantische Wiesnwahnsinn. Erst freut man sich darauf, beobachtet den Aufbau, der bereits Mitte Juli beginnt und liest in der Zeitung was es alles Neues geben wird auf dem Oktoberfest 2019. Wenn sich aber nach 16 turbulenten Tagen die Stadt wieder beruhigt, der normale Alltag wieder einkehrt, dann ist man irgendwie auch wieder froh, dass der Wiesnwahnsinn, wie ich ihn liebevoll nenne, wieder vorbei ist. 

Während der Zeit vor der Wiesn und natürlich besonders nach dem obligatorischen „Ozapfd is“ Ausruf des obersten Indianer von München, befindet sich die Stadt in einem absoluten Ausnahmezustand man könnte meinen, die ganze Stadt ist berauscht. Ich als gebürtiger Münchner, also praktisch als Aboriginel Münchens, merke, dass ich danach plötzlich wieder klarer denken kann. Ich kann mich wieder mehr auf den Alltag konzentrieren, der Kopf ist wieder frei, frei von diesem Wiesnrausch. 

Ein Rausch, der mich jedes Jahr aufs Neue in seinen Bann zieht. Ich rede nicht von dem Bierrausch nach der fünften Maß, den dieses Fest natürlich vielen Besuchern beschert. Nein, ich rede von einem Rausch, der sich sehr schwer beschreiben lässt. Stell dir vor, Millionen von Menschen aus aller Herren Länder und vor allen Dingen, aller Religionen, sind freundlich zueinander, alle sind gut drauf und es scheint immer die Sonne. Wenn du dieses Gefühl kennst, dann weist du was ich meine. 

Die Wiesn ist bei vielen als Saufgelage verschrien und wird in den Medien oft negativ dargestellt. Aber die Wiesn, ist das einzige Fest auf diesem Planeten, bei dem Menschen aller Nationen und Religionen auf einer Bierbank sitzen, miteinander reden, lachen, essen und trinken. Genau das ist der Reiz und der Wahnsinn, den es leider nur auf dem Münchner Oktoberfest gibt. Sechs Mal war ich dieses Jahr auf der Wiesn, natürlich das erste Mal beim Einzug der Wiesnwirte. An dem Tag war das Wetter allerdings so schön, dass halb München und bereits sehr viele Touristen dieselbe Idee hatten und es so dermaßen voll war, dass ich von dem Einzug so gut wie nichts mitbekommen habe. Außerdem und das habe ich noch nie erlebt, waren wegen der immer stärker werdenden Sicherheitsvorkehrungen die meisten Eingänge schon gesperrt. Wir mussten um die Halbe Wiesn rumlaufen, bis wir überhaupt mal aufs Gelände kamen. Es waren dann natürlich auch die Zelte zu und in den Gärten hatten wir zu dritt auch keine Chance mehr einen Platz zu ergattern. Also gab’s ein paar Weißbiere im Weißbierkarusell, davon wird dir auch schwindelig. 

Das erste Wiesnwochenende war super schönes Wetter, aber schon am Montag drehte Petrus den Hahn auf, es schüttete wie aus Eimern. Genau an dem Tag habe ich mich mit drei Freunden verabredet, wir trafen uns wie üblich beim Denkmal. Wegen des schlechten Wetters sind wir gleich in eines der ersten Zelte eingebogen, nämlich in die Ochsenbraterei, man glaubt es ja fast nicht, aber es kam ein Ober auf uns zu und fragte ob wir einen Tisch bräuchten. Ungläubig sahen wir uns an, ja wir bräuchten schon einen Tisch. Der Ober führte uns nach oben auf die Galerie zu einem freien Tisch für sechs Personen. Das hat jetzt mal wieder super geklappt, wir bestellten uns Ochsenbraten und jeder eine frische Maß Bier. Anschließend gab`s noch einen Absacker im Paulaner Festzelt. 

Wie jedes Jahr verbrachte ich auch dieses Jahr wieder den letzten Abend mit meiner Frau im Hofbräuzelt, kurz nach dem wir einen Platz ergattert hatten, standen wir auch schon auf den Bänken, hinsetzen war nicht mehr möglich, das Zelt brodelte, die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Zum Schluss wurden Wunderkerzen verteilt und die Kapelle spielte „Angel“ von Robbie Williams. 

Na dann, schön war`s wieder und bis nächstes Jahr!

 

Auf ein friedliches Jahr!

 

Euer Robby  

Schreibe einen Kommentar